WWW 07 – Tage 5 bis 8: Von Dobersberg nach Retz

Meine Begehung des Ostösterreichischen Grenzlandweges ist mittlerweile ja schon recht weit gediehen und es verbleiben nur noch einige wenige Wandertage, bis ich Bad Radkersburg an der steirisch-slowenischen Grenze erreichen werde. Damit meine Tour vollständig dokumentiert wird, gibt’s auch diesmal wieder älteres Material. Im Detail war ich an den nachstehenden Tagen unterwegs:

  • 27.10.2014: Dobersberg – Karlstein – Raabs/Thaya
  • 28.10.2014: Raabs/Thaya – Eibenstein – Drosendorf
  • 11.04.2015: Drosendorf – Geras – Hardegg
  • 12.04.2015: Hardegg – Ruine Kaja – Retz

In Dobersberg begebe ich mich zunächst einmal zur Kirche, wo ich einer Radfahrerin begegne. „Sind sie Weitwanderer?“. Mit dieser Frage, die wohl jeder hier zu hören bekommt, der einen etwas größeren Rucksack mit sich führt, kommen wir ins Gespräch. Die Dame stellt sich als Wegewartin der hiesigen AV-Sektion vor und will von mir wissen, ob mit den Markierungen alles in Ordnung sei. Ich erhalte ihre Handynummer, mit der ich Mängel bei Farbstreifen und Tafeln zwischen Dobersberg und – wenn ich mich jetzt richtig erinnere – Karlstein bei ihr melden kann. Also ein weiteres Argument, die Augen offen zu halten, und schon geht es weiter an der Hauptstraße durch Dobersberg hindurch, noch vor dem Ortsende nach links auf Feld- und Waldwegen nach Lexnitz und ab da wieder auf Asphalt Richtung Radlmühle.

p1130649-radlmuhle_prot_1600x1200_250kb
bei der Radlmühle

Ich erlebe heute den grauesten Tag aller meiner bisherigen Wandertouren im Waldviertel. Dies offenbart sich mir am deutlichsten bei der nächsten Ortschaft Schuppertholz. Im Sonnenschein wahrscheinlich malerisch an einem Hügel gelegen, ist es an diesem Tag für mich im Nebel kaum wahrnehmbar. Am anderen Ende von Schuppertholz darf ich die Straße kurz verlassen, um auf einem Schotterweg direkt über den ‚Wartbühel‘ zu marschieren, anstatt auf der Straße um diesen herum. Wieder auf der Straße schreite ich hurtig nach Hohenwart hinab – ein Dorf, durch das mittendurch ein Bach fließt. Ein frei stehender Turm scheint optisch die einzige Attraktion hier zu sein.

p1130653-hohenwarth_prot_1600x1200_250kb
ein freistehender Turm in Hohenwart

Wieder aus Hohenwart draußen, folge ich nach ca. 200m einem Weg nach links. Eine Schottergrube oder Deponie wird umgangen und kurz vor dem nördlichen Rand von Münichreith stehe ich wieder auf der Straße, die mich von hier mäßig steil durch Wald zur Thaya und zur Gerhartsmühle hinab leitet.

p1130656-thaya-bei-der-gerhartmuhle_prot_1600x1200_250kb
die Thaya bei der Gerhartsmühle

Der 07er bzw. Thayatal-Wanderweg 630 wird nun zum Steig und ich kämpfe mich durch verwachsenes Unterholz zu einem Feldweg am oberen Waldrand empor. Achtung! Nach einem Unwetter oder wegen des Eisbruchs vom Dezember 2014 existiert der Weg in dieser Form anscheinend nicht mehr und wurde inzwischen verlegt!

Auf dem vorhin bezeichneten Feldweg gelange ich an einem Sportplatz vorbei nach Karlstein hinein. Jetzt wäre es eigentlich Zeit für eine Mittagspause, allerdings kann ich hier nirgendwo eine gastronomische Aktivität erkennen. Ach ja, es ist Montag – ein typischer Ruhetag in der Branche! Na, dann suche ich erst gar nicht weiter.

Erwähnenswert sind bezüglich Karlstein noch das imposante Schloss, die Uhrenfachschule und die Seminare des verstorbenen Kräuterpfarrers Weidinger.

p1130661-karlstein-zentrum_prot_1600x1200_250kb
in Karlstein

Ich halte mich nicht lange in Karlstein auf, das nächste Ziel heißt Speisendorf. Ich gehe auf der Straße am Schloss vorbei bis zum Beginn eines nach links hinauf führenden Waldsteiges. Dieser bringt mich auf eine Art Kammweg durch mehr oder weniger dichten Wald. Die Wegführung ist dort nicht immer eindeutig und mancherorts auch unzureichend markiert (wofür die Wegewartin aus Dobersberg allerdings nicht mehr zuständig ist), so dass die ‚Trial and error-Methode‘ angewendet werden muss. Am Rande des sogenannten Reutfeldes verlasse ich den Wald wieder und bekomme ab hier auch bereits Speisendorf schemenhaft durch den Nebel zu sehen. Auf einem Karrenweg nähere ich mich der Ansiedlung bis zum Ortsrand.

p1130666-speisendorf-in-sicht_prot_1600x1200_250kb
auf einem Karrenweg ins nebelige Speisendorf

Speisendorf wirkt ziemlich verlassen. Keine Menschenseele ist an diesem Tag anzutreffen, ja als ich den Ort in Richtung Liebnitz verlasse bekomme ich sogar quasi Polizeischutz. Mehrmals fährt ein Fahrzeug der Exekutive an mir vorbei. Ist es denn wirklich so abenteuerlich, hier entlang zu gehen?

Ich passiere die Liebnitzmühle und kurze Zeit später die Hahnmühle, wo ich links in den am Thayaufer entlang führenden Steig einbiege. Dieser bringt mich anfangs unter zum Teil  50 Meter hohen Felswänden und danach hoch über dem Thayaufer bis nahe Raabs. Hier begegne ich den ersten Spaziergängern seit Dobersberg.

p1130673-thaya-uferpromenade_prot_1600x1200_250kb
am Thayaufer entlang bis Raabs

Die Thaya mäandriert in diesem Bereich sehr stark und ich muss das alles ausgehen. Es wäre zwar auch ein kürzerer Weg nach Raabs hinein möglich gewesen, den ich auch kurz unbeabsichtigt teste, der richtige Weg ist aber zu schön um ihn im wahrsten Sinne des Wortes links liegen zu lassen.

Ich überschreite daher einen bewaldeten Rücken, um gleich darauf wieder hinunter zur Thaya zu stoßen. Der Fluss ist nun zu übersetzen und anschließend muss ein Gehöft durchwandert werden, bevor man am Beginn eines Uferpromenadenweges steht. Diesem folge ich bis an den Rand von Raabs. In Raabs tangiert der Weg den Zusammenfluss der Deutschen Thaya mit der Mährischen Thaya bei einem Holzsteg, auf dem die Burg von Raabs erreicht werden kann.

Trotz der langsam hereinbrechenden Dämmerung bin ich anscheinend zu früh dran. Mein Quartier ist eher am Rand von Raabs in einer höher gelegenen Siedlung und als ich dort eintreffe, ist alles verdunkelt. Während ich die Straße auf und ab gehe und langsam auskühle, schwitzt die Quartiergeberin noch in der örtlichen Sauna.

p1130678-raabs-a-d-thaya-burg_prot_1600x1200_250kb
die Burg von Raabs an der Thaya

Am nächsten Tag scheint die Sonne wieder. Das ist ein ordentlicher Motivationsschub und das Fotografenherz lacht. Es ist das letzte Teilstück meiner Herbstwanderung 2014 mit dem Ziel Drosendorf. Zwanzig Kilometer Weglänge und gut fünf Stunden errechnete Wegzeit machen diesen Schlussabschnitt für mich nicht allzu fordernd.

Ich verlasse Raabs in Richtung Südosten auf dem Kollmitzsteig und sollte am „Jungfernstein“ vorbeikommen. Dieser bleibt aber – entweder weil ich noch verschlafen durch die Welt gehe oder vom Gegenlicht geblendet (bin ich ja schon tagelang nicht mehr gewohnt) – von mir unbemerkt.

p1130686-thayatal-sonnenerleuchteter-kollmitzsteig_prot_1600x1200_250kb
endlich wieder Sonne!!! – auf dem Kollmitzsteig

Kurz nach dieser ominösen Stelle schwingt sich der Weg steil zur Wirtsleiten auf. Auf der anderen Seite verliere ich auf einem Waldweg dann wieder etwas an Höhe und stehe bald vor der „Böhmischen Mauer“. Wenige Minuten später betrete ich bei einer Serpentine das Gelände der Ruine Kollmitz, welches ich – da frei zugänglich – auch sofort erkunde.

Weiter unten – wieder im Thayatal – liegt die Ansiedlung Kollmitzgraben. Dort an der Uferstraße ist gerade eine größere Baustelle, dennoch bietet sich mir aber ein schönes Fotomotiv von der gesamten Ruinenanlage.

p1130709-ruine-kollmitz_prot_1600x1200_250kb
Ruine Kollmitz bei Kollmitzgraben

Bald steigt diese Straße bergan und ich umgehe den Hadlitzberg in seiner rechten Flanke. Bei einer Wegteilung erreiche ich links über einen Forstweg hinunter bei der Haidlmühle wieder die Thaya. Nun beginnt der schönste Abschnitt des Tages. Als schmaler Steig hoch über der Thaya – zu Beginn teilweise felsig, später im schattigen Steilabhang mit Bachquerungen – schlängelt sich der Pfad zeitraubend bis zur Oberpfinnigsteigmühle. Ab dort wird der Weg breiter und leitet mich bei der Unterpfinnigsteigmühle vorbei.

p1130717-unterpfinnigsteigmuhle_prot_1600x1200_250kb
Unterpfinnigsteigmühle

Nach den beiden Mühlen steigt der 07er wieder etwas und erreicht wenige Gehminuten vor Eibenstein eine Asphaltstraße. Ich halte auf den Ort zu und finde unterhalb der Kirche eine Sitzgelegenheit für die Mittagspause.Ein geöffnetes Lokal zur Einkehr bietet sich mir an diesem Dienstag nicht an.

p1130719-eibenstein_prot_1600x1200_250kb
in Eibenstein

Nach der Mittagsrast übersetze ich die Thaya bei der Ruine wieder und umrunde der Straße ausweichend einen Hügel zur Hälfte bis hinunter nach Primmersdorf, wo ich abermals auf die andere Seite der Thaya wechsle. Es geht nun auf einer asphaltierten Straße durch den Kobergraben bergan bis zur markierten Abzweigung eines Weges durch den Wald und später an dessen Rand auf die Anhöhe Hofäcker-Überländ. Hier heroben ist freie Fläche und der Wind bläst sehr lebhaft und kühl. Ich erkenne die Ortschaft Autendorf vor mir und in der Ferne mache ich mein Tagesziel Drosendorf aus. Geschätzte 45 bis 60 Minuten sind es noch bis dorthin und ich könnte noch einen relativ frühen Bus in Richtung Retz erreichen.

Also wird das Gehtempo verschärft. Autendorf und die Gehstrecke oberhalb des  Robesgrabens sind rasch erledigt. Ich schwenke – jetzt schon wieder bei der Thaya – Richtung Drosendorf ein und habe dessen Schlossanlage hoch über dem Thayatal vor mir. Ein kurzer, heftiger Anstieg ist noch zu absolvieren, dann befinde ich mich bei einem Kreisverkehr. Und hier passiert es: Eine Gehminute von der Bushaltestelle entfernt erkenne ich auf meiner Karte die Kreuzung nicht und gehe fälschlicherweise noch hinunter nach Drosendorf-Altstadt. Das kann ich mir jetzt zwar als Sondierung des Weiterweges fürs nächste Mal anrechnen lassen, kostet mich jedoch so viel Zeit, dass ich den anvisierten Bus nicht mehr erreiche und mehr als eineinhalb Stunden auf den nächsten Bus warten muss. Eine öde Angelegenheit, wie ich nun weiss. Ich kann nur jedem davon abraten, sich an einem Dienstagnachmittag zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr in Drosendorf die Zeit vertreiben zu wollen. In dieser Zeit sind alle Rollbalken herunten und die Stadt ist in zwanzig Minuten – zumindest bei herbstlichen Temperaturen – abgeklappert.

p1130722-autendorf-dahinter-drosendorf_prot_1600x1200_250kb
hinunter nach Autendorf – dahinter kann man Drosendorf bereits erkennen

Ab Drosendorf mache ich im Frühjahr 2015 weiter. Das Besondere an der Strecke bis Retz ist nicht nur der Nationalpark Thayatal, sondern auch, dass mit Gert von gipfelrast.at ein weiterer Weitwanderer zufällig am gleichen Wochenende dort unterwegs ist. Es dauert aber ein wenig, bis ich seine Wandergruppe einholen kann. Ab Drosendorf hat er etwa eine Stunde Vorsprung und weilt, als ich mit dem Bus am Hauptplatz einfahre, bereits einige Kilometer weiter im Osten. Ich mache mich und meinen Rucksack abmarschbereit und nehme anschließend den Weg beim Kreisverkehr wieder auf.

p1150373-drosendorf-hauptplatz_prot_1600x1200_250kb
der Ortskern von Drosendorf

Ich muss durchs Horner Tor, um gleich darauf links entlang der Stadtmauer hinunter nach Drosendorf-Altstadt zu gelangen. Ich sehe mir dort kurz die Kirche  an und befinde mich wenig später auf dem Kamp-Thaya-March-Radweg, der mich auf den Galgenberg – mit Aussicht auf Drosendorf – hinauf bringt.

p1150378-am-galgenberg_prot_1600x1200_250kb
am Galgenberg sehe ich Drosendorf zum letzten Mal an diesem Tag

Dem Radweg folge ich bis Wolfsbach, danach zweige ich in einen Waldweg und später einen Feldweg ab, um unmittelbar vor Kottaun wieder im Wald zu verschwinden. Bei Kottaun meldet sich erstmals auch der Messenger auf meinem Handy – Gert und seine Gruppe halten kurz nach Geras zum Verschnaufen inne. Dadurch sehe ich meine Chance, ihnen ein bedeutendes Stück näher zu kommen und lege daher einen Zahn zu. Der Wald ist flott durchwandert und die Straße nach Geras erreicht. Bis zum Stift gibt es kaum Interessantes am Wanderweg und so ist es wenig verwunderlich, dass ich nicht lange bis zur Stiftskirche brauche.

p1150396-geras-stiftskirche_prot_1600x1200_250kb
Stiftskirche von Geras

Eine Pause ist jetzt angesichts der vermuteten Nähe der Wanderfreunde nicht drinnen. Deshalb setze ich den Weg nach ein paar Fotos von der Stiftsanlage wieder fort und erreiche zügig wieder Waldgebiet. In diesem gewahre ich auch einen Stapel mit geschlichteten Baumstämmen – das muss wohl Gerts Rastplatz gewesen sein! Ich mag ihm schnell folgen, doch der Waldweg wird zusehends morastiger. Also schnell geht da gar nichts! Immer wieder muss ich auf die Seite ins Unterholz ausweichen.

p1150401-morastiger-waldweg-zwischen-kirchberg-und-kreuzberg_prot_1600x1200_250kb
auf matschigem Waldweg Richtung Langau

Einmal bekomme ich durch den Waldrand kurz freie Sicht auf Langau, den nächsten zu durchwandernden Ort. Just in diesem Moment meldet sich Gert wieder, der dort bereits eingetroffen ist und beim örtlichen Wirten sitzt. Ich kann ihm erfreut mitteilen, dass Langau schon sehr nahe ist. Tja, wär’s auch gewesen, wenn ich querfeldein dorthin gegangen wäre, aber dem Wanderweg gefällt es sehr gut im Wald und er macht noch einen ordentlichen Umweg zu einem Hügel um dann – endlich Richtung Ort – in Wellen auf und ab unnötige Höhenmeter zu machen. Und ich muss auch am Handy die Ungeduld anderer fühlen: „Wie lange wird’s denn noch dauern?“

Endlich in Langau angekommen, erfahre ich, dass ich die Gruppe auch dort nicht einholen kann – sie ist schon weiter nach Riegersburg unterwegs. Ich jedoch brauche jetzt unbedingt eine Pause.

p1150405-langau-kirche-mit-hl-nepomuk_prot_1600x1200_250kb
Langauer Kirche

So ungefähr zwanzig Minuten lang regeneriere ich mich bei der örtlichen Kirche. Ich bekomme langsam das Gefühl, an einer Schnitzeljagd teilzunehmen.

Außerhalb von Langau tangiere ich das hiesige Freizeitzentrum – Achtung hier wird geschossen, aber es knallt nur laut. Bis Riegersburg muss ich dann noch ordentlich Gas geben – erst dort treffe ich endlich auf Gert und seine Leute, die auf einer Sitzbank beim Schloss auf mich warten. Nun vereint, ziehen wir zu viert weiter gen Felling, wo sich eine Perlmuttmanufaktur befindet, die wir aber links liegen lassen.

p1150412-auf-asphalt-nach-felling-wandergruppe_prot_1600x1200_250kb
die Weitwanderer ziehen gen Felling

Wir haben es beinahe schon bis Hardegg geschafft. Etwa 1:45 Stunden sind es laut Beschilderung in Felling nur noch. Ganz besonders Ausdauernde mit viel Zeit können allerdings auch über einen Umweg in sechs Stunden in der kleinsten Stadt Österreichs eintreffen. So viel Zeit haben wir allerdings nicht mehr. Zum einen haben meine Begleiter in Hardegg im Gegensatz zu mir noch kein Quartier vorreserviert, zum anderen schickt sich hinter uns eine dunkle Gewitterwolke an, uns überholen zu wollen.

p1150415-kurz-nach-felling-gewitterstimmung_prot_1600x1200_250kb
wer wird wohl zuerst in Hardegg eintreffen-das Gewitter oder wir?

Das Duell endet letztlich unentschieden. Wir erreichen Hardegg gleichzeitig mit den ersten schweren Regentropfen und kommen so noch einigermaßen trocken bei unserem Quartier an, wenngleich auch mit kurzer Unterbrechung in einem Buswartehäuschen. Glück gehabt – alle vier kommen im Gasthof Hammerschmiede unter!

Schon am nächsten Morgen zeigt sich das Wetter wieder von einer wesentlich freundlicheren Seite. Bei Sonnenschein ist die Burg Hardegg einfach viel fotogener. Wir bekommen die Burg aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen – die Fotografen freut es!

p1150419-hardegg-burg_prot_1600x1200_250kb
Burg in Hardegg am nächsten Morgen
p1150424-hardegg-thaya-burg-uhrturm_prot_1600x1200_250kb
so sehen die Tschechen die Stadt Hardegg

Wir erreichen den Ochsengraben, gelangen auf einen schmalen – offiziell noch gesperrten – Pfad und steigen zwischen vom vergangenen Eisbruch geknickten Bäumen hindurch. Es folgt eine recht interessante Passage, die man auch über den Umlaufberg deutlich abkürzen kann. Wir entscheiden uns jedoch, den Thayaumlauf komplett auszugehen.

p1150432-thayatal-umlauf_prot_1600x1200_250kb
am Thayaumlauf

Die ganze Zeit seit Hardegg befinden wir uns direkt an der Grenze zu Tschechien, beim Kajabach verlassen wir sie und wenden uns wieder dem Landesinneren zu. Vorbei an der Ruine Kaja und dem Sagteich durchqueren wir ein größeres Waldstück – das Kajarevier – und verlassen es erst wieder bei Niedrfladnitz. Danach streifen wir noch das kleinere Waldgebiet „Rehleiten“ und treffen unmittelbar vor Hofern auf einen Radweg und die Gleise der ehemaligen Thayatal-Bahn, auf denen jetzt in der warmen Jahreszeit der „Reblaus-Express“ fährt.

p1150439-hofern-auf-dem-radweg-nach-retz_prot_1600x1200_250kb
bereits im Weinviertel – auf dem Radweg geht’s weiter

Dieser Punkt markiert auch die Grenze zwischen dem Wald- und dem Weinviertel. Sogleich sichten wir auch die ersten Weinkeller. Dem Radweg folgen wir nun nach Osten hin zum Parapluieberg und befinden uns schon inmitten der Retzer Weinberge mit einer weiten Aussicht über das nördliche Weinviertel bis hin zum Buchberg, den ich ein paar Tage später überschreiten werde.

p1150446-retz-aussicht-ins-nordliche-weinviertel_prot_1600x1200_250kb
Retz von oben – weit weg der Buchberg

Der Weg fällt nun deutlich zur noch funktionstüchtigen Retzer Windmühle und das letzte Stück bis an den Rand des Retzer Siedlungsgebietes hinab. Von dort marschieren wir noch weiter bis zur Znaimer Straße und dem Znaimertor, dann stehen wir auf dem Hauptplatz mit einigen interessanten Gebäuden, wie z. B. dem alten Rathaus, der Marienkapelle, dem Scherzerhaus, dem sog. Sgraffito-Haus oder dem sog. Verderberhaus.

p1150447-7-retz-hauptplatz-altes-rathaus_prot_1600x1200_250kb
am Retzer Hauptplatz – Marienkapelle und altes Rathaus

Wir sind nun am Ziel und ein tolles Wanderwochenende geht zu Ende. Ich verabschiede mich am Bahnhofsparkplatz von der Gruppe, muss aber noch beinahe eineinhalb Stunden auf den nächsten Zug Richtung Wien warten. Naja, Wochenende eben…

4 Kommentare zu „WWW 07 – Tage 5 bis 8: Von Dobersberg nach Retz“

  1. An dem Tag von Drosendorf nach Retz haben wir dich ja ordentlich auf Trab gehalten… 🙂 Es hat uns gefreut, mit dir zu wandern.

    Und ich glaub, ich muss den Weg schon wieder von vorne gehen, an einige deiner Fotomotive kann ich mich gar nicht mehr erinnern. 😉

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s