Auf der Suche nach dem Frühling – ein Spaziergang im Wiener Donaupark

Wandern auf weiten (markierten) Wegen ist in diesen Tagen bei mir nicht, denn vier Nähte in meinem Rücken erlauben mir derzeit keine gröberen körperlichen Aktivitäten. Unter anderem habe ich auch nur leichtes Schwitzen bzw. Dampfen auf der betreffenden Hautpartie zu vermeiden, weshalb leichtere Bewegung meinerseits eher in die Vormittagsstunden verlegt werden muss.

Um nicht in den eigenen vier Wänden der Nähteentfernung harren zu müssen, genehmige ich mir einen Spaziergang in ein Naherholungsgebiet, welcher von meiner Haustür weg hin und zurück etwa zweieinhalb Stunden in Anspruch nimmt. Also auf in den Wiener Donaupark!

Tag der Tour: Dienstag,28.02.2017:

Wegen dem Schweißverbot darf ich nicht schnell unterwegs sein. Ich wähle deshalb als Motto des Trips „Auf der Suche nach dem Frühling“ und rücke beim langsamen Dahinschlendern eher Botanisches in meinen Fokus.

Zunächst muss ich aber noch durch einige dicht verbaute Häuserzeilen hindurch, das ist nach 15 Minuten bereits erledigt und ich stehe an der Alten Donau beim bekannten Gasthaus Birner. Sein Bekanntheitsgrad fußt jedoch auf dessen Gastgarten direkt am Ufer. Viel zu kühl ist es jetzt noch zum Sitzen im Freien, so stellt sich mir kein Hindernis beim Fortkommen in den Weg. Die Route führt mich über den Birnersteg weiter hin zum Angelibad. Hier würde man eher den Sommer und sonnenhungrige, zahlende Badegäste suchen.

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Alte Donau beim Angelibad

Gegenüber gibt es auch eine frei zugängliche Liegewiese mit guter Aussicht zum „Birner“ und den Floridsdorfer Bezirksteil Donaufeld.

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noch eine Liegewiese

 

Die Liegewiese wird immer schmäler und bald mündet sie als Wiesenweg in ein kleines verwinkeltes Gässchen einer Gartensiedlung. Hier fallen mir auch die ersten nennenswerten Triebe an einem Strauch auf. Frühling – du bist nicht mehr weit!

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nur noch ein Wiesenweg

 

Auf einem schmalen Verbindungspfad erreiche ich schließlich die Arbeiterstrandbadstraße. Ich bin am Bruckhaufen angekommen. Ein kurzes Stück linker Hand befindet sich die Abzweigung zum Donauturm. Bei ebendiesem betrete ich dann auch den Donaupark, welchen ich anfangs – von einigen Gärtnern abgesehen – beinahe für mich allein habe. In der Menge an Botanik, die ich im Park vorfinde, halte ich ab nun die Augen offen und Ausschau nach zarten Ansätzen von Frühlingsfarben.

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seltsame Austriebe…

 

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…Sprießen im Donaupark

 

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auch am Boden tut sich etwas

 

Nicht immer bin ich dabei erfolgreich, vor allem beim Fotografieren nicht. Mehrmals sind Austriebe am Boden zu klein oder zu weit weg vom Weg, dass ich sie auf Bildern festhalten könnte. Oder die Farbe hebt sich zu wenig von der Umgebung ab.

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jenseits von Wegen…grünliches im Strauch

 

Auf einer Brücke kann ich das Treiben in einem Teich beobachten. Hier ist jetzt eindeutig mehr Leben als auf den Spazierwegen. Der ästhetische Gleitflug einer Möwe hätte wohl auch ein kurzes Video gerechtfertigt, doch leider bin ich in diesem Bereich noch nicht ganz sattelfest.

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überm Teich

 

Ich sehe auf den Weg zurück, auf dem ich hierher gekommen bin. Das Grün der Wiese kommt mir nun aus anderem Blickwinkel wesentlich satter und leuchtender vor als vor wenigen Minuten beim Vorbeigehen.

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es grünt nun grüner

 

Wenig später ist Street-Art angesagt. Kunstwerke von Leherb zieren Wände und den Boden.

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Mosaik „im Café“ von Leherb

 

Während das Wandmosaik mit der warmen Jahreszeit in Verbindung zu setzen ist, erleide ich unmittelbar darauf einen (le)herben Rückschlag. Frühling und Schnee in Wien gehören bei mir nicht zusammen.

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da suche ich den Frühling und finde dann DAS!!!

 

Entlang einiger leerer Wasserbecken steige ich zur Liliput-Station „Rosenschau“ hinab. Zu sehen gibt’s hier allerdings jetzt nur einen verwaisten riesigen Kinderspielplatz. Nix da mit Rosen!

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um hier Rosen zu sehen muss man sich noch ein wenig gedulden

 

Das Koreanische Kulturhaus lasse ich unbeachtet und wende mich wieder dem Donauturm zu. Am Boden wächst zur Zeit Gelbes heran.

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wird es hier bald einen gelben Teppich geben?

 

Eine Linksabzweigung nutze ich, um eine Runde um die sogenannte „Papstwiese“ herum zu drehen. Das geschäftige Treiben eines Eichhörnchens zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, fotografieren lässt es sich allerdings nicht und hält sich die meiste Zeit im Buschwerk versteckt.

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Papstwiese

 

Ein Strauch des gemeinen Ligusters erweckt den Anschein, als gäbe es keinen Winter, dabei bleiben dessen Blätter eigentlich das ganze Jahr über grün und nur im Herbst mit violetter Färbung.

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gemeiner Liguster

 

Ich bin dann nahe der Donauuferautobahn auf einem Weg, den ich wohl seit meiner Kindheit nicht mehr beschritten habe. Als ich das letzte Mal hier war stand noch keines der Hochhäuser von Kaisermühlen.

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Kaisermühlen – so sah ich es von der Papstwiese aus noch nie

 

Meine Runde schließt sich beim Donauturm wieder. Keinen Moment zu früh, denn innerhalb von nur fünf Minuten steigert sich der vorher nicht vorhandene Westwind auf gefühlte 50 km/h. Dies veranlasst mich, meine Gehgeschwindigkeit etwas zu erhöhen. Auf dem selben Weg, auf dem ich in den Donaupark gekommen bin, geht  es wieder retour.

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wieder auf dem Heimweg an der Alten Donau

 

Mit diesem Ausflug in die Botanik kann ich zufrieden sein. Einerseits war ich trotz Handicap aktiv und konnte das gute Wetter nutzen, andererseits waren doch auch schon einige Frühlingsboten auszumachen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Landschaft im Flachland schon bald mit Farbe anreichern wird.

2 Kommentare zu „Auf der Suche nach dem Frühling – ein Spaziergang im Wiener Donaupark“

  1. Das Besondere beim Birner ist wohl, dass die Speisen _über_ die Straße in den Gastgarten gebracht werden müssen 🙂
    UND: Das Gelbe sind mMn Winterlinge?
    Jedenfalls sehr schöne Bilder – DANKE!
    Gute Besserung und liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

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