Voralpenweg 04: Von Grinzing nach Wilhelmsburg

Der Voralpenweg beginnt laut Wanderführer des Österreichischen Alpenvereins am Kahlenberg in Wien, wo man sich gleich einmal zu entscheiden hat, ob man der Nordroute durch den nördlichen Wienerwald nach Westen folgt oder weiter südlich über die Wiener Hausberge. Markierungen mit der Wegnummer 404 findet man aber schon davor, nämlich bereits im Wiener Heurigenort Grinzing. Somit können sich puristische Wanderer die Busfahrt  mit der Linie 38A hinauf auf den Kahlenberg ersparen und auf Schusters Rappen mäßig bergan durch die Weinberge und später durch den Wald zum Restaurant auf dem geschichtsträchtigen Kahlenberg steigen. Von oben hat man an klaren Tagen eine tolle Aussicht über die Stadt, was aber viel zu selten vorkommt.

RIMG0005 Grinzing - Markierung_prot_1600x1200_250KB
die erste Markierung in Grinzing
RIMG0006 Aufstieg zum Kahlenberg_prot_1600x1200_250KB
durch die Weinberge hinauf auf den Kahlenberg
RIMG0018 Kahlenberg - Tafel_prot_1600x1200_250KB
war Grillparzer etwa auch Weitwanderer und Avantgarde der Blogger?
RIMG0030 Kahlenberg - Ausichtsterrasse_prot_1600x1200_250KB
nach dem Regen ist die Luft über Wien etwas feucht und dunstig

Aber wie gesagt, der eigentliche Voralpenweg beginnt erst hier heroben und ich habe für mich erst einmal die nördliche Variante gewählt, auf welcher ich bis dato nahezu durch ganz Niederösterreich hindurch gewandert bin. Eine detaillierte Beschreibung der bisher gegangenen Strecke würde den Rahmen dieses Beitrages sowie mein dafür veranschlagtes Zeitbudget wohl sprengen und die Leser eher langweilen. Daher kommt sie nur in geraffter Form daher und wird mit ein paar Fotos verbildlicht.

Unterwegs war ich an folgenden Tagen:

  • 08.12.2008: Grinzing – Kahlenberg
  • 07.08.2009: Kahlenberg – Hadersfeld – Unterkirchbach
  • 01.11.2009: Unterkirchbach – Riederberg – Rekawinkel
  • 28.03.2012: Rekawinkel – Hochstrass – Laaben (via Schöpfl)
  • 21.09.2012: Laaben – Hegerberg – Wilhelmsburg/Kreisbach

Schon bald nach dem Aufbruch am Kahlenberg in nördlicher Richtung stehe ich auf der Kuppe seines Nachbarn, dem Leopoldsberg. Ich kehre hier Wien den Rücken und schon geht es steil via ‚Kollersteig‘ hinunter nach Klosterneuburg.

P1030391 Leopoldsberg - Aussicht auf Klosterneuburg und das Donautal_prot_1600x1200_250KB
auf dem ‚Kollersteig‘ nach Klosterneuburg

Dort mache ich noch einen Abstecher zum Stift und wandere nach einer Pause wieder bergauf nach Hadersfeld. Auf dem Weg dorthin habe ich einen guten Überblick über den nördlichen Wienerwald.

P1030432 Hadersfeld - Schneiderzipf und Wienerwald_prot_1600x1200_250KB
der nördlichste Teil des Wienerwaldes

Nach Hadersfeld gelange ich auf Forst- und Schotterwegen, die in der Zwischenzeit noch breiter ausgebaut worden sein dürften, bis zur Wegkreuzung ‚Schneiderzipf‘. Diese hätte ich im August 2009 beinahe übersehen, weil ich sie nach einem Tornado wenige Wochen zuvor übel zugerichtet vorfinde.

P1030447 verwüstete Wegkreuzung 'Schneiderzipf'_prot_1600x1200_250KB
beim Schneiderzipf – wo ist hier die Wegkreuzung?

Ich finde die richtige Abzweigung, der Weg ist aber total verwachsen und ich bin froh, als ich die Straße erreiche. Auf dieser ertrage ich dann einen Kilometer lang regen Verkehr, bevor ich in einer Kehre in die liebliche Hagenbachklamm abbiege.

P1030454 Hagenbachklamm_prot_1600x1200_250KB
in der Hagenbachklamm

An deren Ende komme ich noch an einer Greifvogelzucht vorbei und erreiche Unterkirchbach, den Zielort der ersten Etappe im Wanderführer. Dank (damals) günstiger Busverbindung zurück nach Wien gibt’s hier eine Unterbrechung und keine Übernachtung in im Führer angegebenen Oberkirchbach.

Die Fortsetzung nach Rekawinkel ist für mich eher zum Abgewöhnen. Nicht, was den Weg oder die Umgebung betrifft, sondern das Wetter. Ich lerne an diesem Tag (in meinem ersten Weitwanderjahr), dass man im herbstlichen Wienerwald nie auf eine Auflösung des Nebels spekulieren sollte. Was in der Stadt noch als graue Hochnebeldecke wie ein Deckel auf die unterste Luftschicht wirkt, ist am Tulbinger Kogel dichter Bodennebel, wo meine Haare auch ohne jeglichen Regen klitschnass werden, was mir erst dann auffällt als es schon so weit ist.

Und das größte Ärgernis ist, dass es am Tulbinger Kogel mit der Leopold Figl-Warte auch noch einen Aussichtspunkt gibt, der weit ins Tullner Feld hinein blicken ließe, wenn nicht der blöde Nebel…

P1030731 Tulbinger Kogel - Leopold Figl-Warte_prot_1600x1200_250KB
Leopold Figl-Warte am Tulbinger Kogel

So ist der Weg rasch beschrieben. Es geht meist durch Wald und kurz nach dem Tulbinger Kogel auch einmal über die Straße (ev. führt der Weg auch durch die Wiese, diesbezügliche Markierung kann ich aber – nebelbedingt? – keine finden) zum Riederberg, dann zum Troppberg (auch mit Aussichtsturm) und später zum Heinratsberg.

P1030749 über den Heinratsberg_prot_1600x1200_250KB
am Heinratsberg

Danach trennen mich nur noch die ‚Stiefelberge‘ von Rekawinkel, wo ich einen guten Bahnanschluss nach Wien habe und abermals unterbreche.

Nach Rekawinkel bin ich öfter im Wald unterwegs. Mein erstes Zwischenziel ist der Kaiserbrunnberg, der mir auf seiner Gipfelkuppe jedoch keinerlei Aussicht bietet. Der Jochgrabenberg tut es ihm gleich, da sich auf seiner Anhöhe eine Sendestation befindet. Die nächste Erhebung ist der Scheibenberg, von dem es direkt ins Schwabendörfl hinein geht. Immerhin, endlich wieder einmal eine Siedlung!

P1070173 Ankunft in Schwabendörfl bei Hochstrass_prot_1600x1200_250KB
Ankunft in Schwabendörfl

Von Schwabendörfl nach Hochstrass laufe ich auf einer Straße und nach dem Steg über die A21 auf einem Güterweg zu den Häusern „Hasenriegel“ und zur nahe gelegenen Falkensteiner Hütte. Ab dort habe ich dann bis zum Hametberg Waldweg als Unterlage.

P1070179 Falkensteiner Hütte_prot_1600x1200_250KB
bei der (geschlossenen) Falkensteiner Hütte

Ich beschließe, den Schöpfl auch noch mitzunehmen, und empfehle dies auch weiter, denn der Schöpfl ist nicht weniger als die höchste Erhebung des Wienerwaldes. Der Anstieg erfolgt über den steilen, aber unschwierigen, Heinrich Gith-Steig. Oben erwarten mich das Schöpfl-Schutzhaus sowie die Franz Eduard Matras-Warte. Etwas windig ist es an diesem Tag, ich steige allerdings trotzdem auf die Aussichtswarte hinauf.

P1070198 Schöpfl- Schutzhaus_prot_1600x1200_250KB
auf dem Schöpfl beim Schutzhaus
P1070191 Aussicht vom Schöpfl nach NW_prot_1600x1200_250KB
Aussicht von der Franz Eduard Matras-Warte am Schöpfl

Als Abstiegsweg bietet sich der nicht so steile, dafür ein wenig ausholende beschilderte „Pensionistenweg“ an. Ungefähr 90 Minuten später stehe ich in Laaben bei der Bushaltestelle.

P1070201 hinunter nach Laaben_prot_1600x1200_250KB
hinunter nach Laaben

Ein Highlight auf der folgenden Etappe von Laaben nach Wilhelmsburg ist sicherlich der Hegerberg. Diesen erreiche ich ab Laaben vorbei am Windbichler Berg und durch Hochgschaid hindurch. Von dort am Hang des Schönberges in einen Graben hinunter bis nach Stössing.

P1080723 kurz nach Hochgschaid - Hegerberg_prot_1600x1200_250KB
der Hegerberg auf der anderen Seite des Grabens

Ab Stössing muss ich genau auf die Markierung achten, vom Weg kann man hier relativ leicht abkommen. In einem weiten ansteigenden Rechtsbogen führt der Weg – schließlich auch noch kurz längsseitig in einen Sattel hinab – hinauf zur Johann Einzinger-Hütte am Hegerberg. Hier kann man auch gut essen. Weiter gehe ich dann am Gipfelkreuz vorbei durch den Wald und bald über eine Wiese hinab nach Fahrafeld.

P1080738 Abstieg vom Hegerberg nach Fahrafeld_prot_1600x1200_250KB
am Nordwestabhang des Hegerberges hinab nach Fahrafeld

Am Gegenhang bringt mich eine Forststraße abermals in einen Wald, damit noch nicht genug, endet diese Forststraße auch noch in einer Ortschaft namens „Wald“, wo es auch ein Schloss zu sehen gibt. Auf der Forststraße hinauf Richtung Buchberg sollte man eher konzentriert bleiben, denn ganz unvermittelt zweigt der markierte Weg als schmaler und feuchter Waldpfad nach rechts weg. Am Ende des Anstiegs beginnt mit der „Rudolfshöhe“ ein aussichtsreicher Abschnitt bis zur Ochsenburger Hütte.

P1080748 aussichtsreicher Rastplatz auf der Rudolfshöhe_prot_1600x1200_250KB
aussichtsreicher Rastplatz auf der Rudolfshöhe

Von der Hütte bin ich dann in 45 Minuten in Wilhelmsburg/Kreisbach unten. Hier im Traisental habe ich wieder Bahnanschluss, was mir eine weitere bequeme Unterbrechung ermöglicht. Gleichzeitig endet hier auch der Wienerwald, der hier ob der häufigen freien Flächen auch „Wiesenwienerwald“ genannt wird.

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