Kärntner Mariazellerweg 06: Tag 1 – auf den Magdalensberg!

Die Pilgerwege nach Mariazell oder kurz Mariazellerwege sind ein sternförmiges Netz von Weitwanderwegen mit Ausgangspunkt in einem der östlichen Bundesländer Österreichs und dem Ziel bei der Basilika im steirischen Wallfahrtsort Mariazell. Die Gesamtheit dieser Wege, aber auch jeder einzelne von ihnen trägt im österreichischen Weitwanderwegenetz die Nummer 06 (mit dem Buchstaben A oder B hinten angehängt als Kennzeichnung für eine der möglichen Varianten abseits der Hauptwege).

Mit den östlichen Bundesländern sind im Grunde genommen alle außer Vorarlberg und Tirol gemeint, aber auch der hier vorgestellte Kärntner Mariazellerweg bildet eine Ausnahme, zumindest wenn man einmal dessen Alpinvariante ausblendet, denn er endet nicht in obigem Wallfahrtsort, sondern nach ca. 132 Kilometern in Eibiswald, wo er in den Steirischen Mariazellerweg einmündet.

In früheren Jahren konnte ich bereits den Wiener sowie den Burgenländischen Mariazellerweg bewandern, wovon es hier im Blog allerdings bis dato noch keine Beiträge gibt. Warum also jetzt Kärnten? Ursprünglich wollte ich im Oktober des Jahres 2019 ganz woanders hin, aber wie so oft macht die Witterung in den Alpen eine kurzfristige Planänderung erforderlich. Die zu diesem Zeitpunkt begünstigte Alpensüdseite ließ die Würfel dann auf Kärnten und die Weststeiermark fallen.

Meine spontane Entscheidung macht in weiterer Folge auch die Quartierfrage spannend, was ich insbesondere bei meinem Anruf im Gasthof auf dem Magdalensberg zu spüren bekomme. Wegen der Nichtverfügbarkeit eines Zimmers muss ich den Start meiner fünftägigen Wanderung (vorgesehen sind laut Wanderbuch acht Tage) um einen Tag nach hinten verlegen. Darum nehme ich erst am Sonntag den 06.10.2019 zunächst einen Zug nach Bruck an der Mur, um mich fortan mittels Regionalzügen bis nach Klagenfurt durchzuschlagen. Das dauert natürlich seine Zeit, doch schaffe ich es bis zu Mittag nach Klagenfurt-Annabichl, wo sich im GH Neuwirt zusätzlich zum ersten Kontrollstempel noch eine kleine Mahlzeit für mich ausgeht.

Anschließend verlasse ich die Kärntner Landeshauptstadt sogleich wieder. Wenige Meter vor der Stadtgrenze treffe ich auf den Maria-Saaler-Weg, der Pilger in etwa einer bis eineinhalb Stunden am Hang des Maria-Saaler-Berges entlang in den Wallfahrtsort Maria Saal bringt.

Genau dort muss ich hin, also verabschiede ich mich vorerst von den staubfreien Wegen und steige einen Wiesenpfad sanft zu einem gewaltigen Marienbildstock empor. Hier ist es empfehlenswert, kurz zu verweilen, denn man kann die Aussicht über Klagenfurt und hinüber zu den Karawanken noch genießen, bevor man den bewaldeten Maria-Saaler-Berg erreicht.

Den Karawankenblick ohne Stadt gibt es dann nochmals direkt am Waldrand.

Der Maria-Saaler-Weg durch den Wald ist gut beschildert und führt zunächst leicht, aber stetig bergan, den Gipfel des Maria-Saaler-Berges lässt man auf dem Mariazellerweg allerdings aus. Auf dem alten Wallfahrerweg gehe ich bald wieder bergab und sehe wenig später vor mir wieder freies Gelände.

Kaum verlasse ich den Wald, taucht Maria Saal mit seinem imposanten Dom vor mir auf.

Während der Suche nach einem Stempel lasse ich mir dieses Bauwerk nicht entgehen und sehe mir auch dessen Inneres an.

Nach einer kurzen Trinkpause verlasse ich Maria Saal nach Osten hin und halte Ausschau nach jenem Bildstock, von dem aus es wieder zum Wald des Gemeinkogels hin gehen soll. Nach der Abzweigung bin ich eine gute Stunde auf weichen Waldwegen unterwegs und treffe ab und zu auf Markierungen einer Art, die man sonst im Land eher selten zu Gesicht bekommt. Neben dem Mariazellerweg carinthischer Provenienz teilen sich auch ein Marienpilgerweg (Markierung hier nicht im Bild, weil in die Gegenrichtung verlaufend), der Hemmaweg und der blau-weiß-grün gekennzeichnete Slomšek-Pilgerweg ins Lavanttal diesen Pfad.

Hinter dem Gemeinkogel läuft der Wald am Stutterer Moos entlang aus.

Ein kurzer Anstieg noch, dann stehe ich vor den ersten Häusern von Stuttern. Der Ort liegt auf einer Hügelkuppe, von welcher ich auch wieder gute Sicht zu einigen Karawankengipfeln habe. Die gelb leuchtenden Rapsfelder könnten mich jedoch leicht davon ablenken.

Einige Feldwegeschwenks später durchquere ich das nächste Waldgebiet. Auf der Rückseite dieses Forstes steht in einiger Entfernung von einer neuerlichen Wegteilung ein Feldkreuz, dessen Markierung aus der Distanz nicht leicht zu erkennen ist. Weil ich die Fortsetzung des Weges nicht sofort finde, wird die „Trial-and-error-Methode“ angewendet.

Von diesem Kreuz aus habe ich mich nach links direkt auf Gammersdorf zuzuwenden. Während ich zu dieser Gemeinde hin marschiere, tauchen vor mir in der Ferne bereits Ottmanach und dahinter der Magdalensberg auf.

Weil der Kärntner Mariazellerweg hier keine Umwege macht, liegt Gammersdorf rasch hinter mir und ich stehe vor der Kirche von Ottmanach.

An dieser und einem Schloss vorbeigehend, beginnt bei einem Wirtschaftsgebäude des Schlosses der steile  und bewaldete Anstieg auf den Magdalensberg.

Güter-, Wiesen- und Forstwege führen mich bis knapp vor Untergöriach, wo ich bei einer Wegteilung achtgeben muss, nicht auf eine mehrstündige Schleife über den Vier-Berge-Weg zu meinem Quartier zu gelangen. Bei einem Gehöft ist die Landesstraße zum Magdalensberg zu queren, womit ich einem sehr aussichtsreichen Güterweg weiter aufwärts folgen kann.

Dieser Güterweg zieht am Gipfel beinahe vorbei, so dass ich mich dem Magdalensberg nun von hinten nähere. Der Weg steigt am Ende durch den Bergwald hindurch sehr steil an.

Als ich endlich fast ganz oben aus dem Forst trete bietet sich mir das Bild einer Großbaustelle, wo anscheinend ein neuer Zufahrtsweg angelegt wird. Ich wechsle daher wieder auf die Westseite der Kuppe und komme sogleich an der der hl. Helena und der hl. Maria Magdalena geweihten Kirche vorbei.

Aber auch in Richtung Tal gibt es einiges zu sehen, so zum Beispiel beinahe meine gesamte an diesem Tag von Klagenfurt bis hierher zurückgelegte Strecke oder die Aussicht auf die Bezirkshauptstadt St. Veit an der Glan.

Danach geht es ans Einchecken im Magdalensberg-Gipfelhaus. Die Zimmer sind nicht eben wohlfeil, dafür sehr geräumig. Meines hat auch einen Balkon, auf diesem halte ich mich allerdings an diesem kühlen Oktoberabend nicht auf.

Bis hierher gefällt mir der Weg jedenfalls sehr gut, denn noch sind nicht viele Straßenmeter dabei und auch die Waldgebiete weisen bisher kaum stärkere Ausdünnungen auf. Wenn man auf dem Magdalensberg den Balkon auf der richtigen Seite hat, lässt sich anhand der Beleuchtung Klagenfurt auch abends bei Dunkelheit eindeutig ausmachen. Dafür, dass ich am Tag zuvor hier kein Zimmer mehr bekam, bin ich an diesem Sonntagabend in der Gaststube sehr einsam. Möglicherweise finden am Samstagabend regelmäßig größere (Hochzeits-)Feiern in diesem Hause statt. Die weiter oben angesprochenen vier Berge (oder zumindest einen Teil davon) werde ich übrigens am nächsten Tag erkunden.

2 Kommentare zu „Kärntner Mariazellerweg 06: Tag 1 – auf den Magdalensberg!“

  1. Wie geschrieben: keine Rede von wohlfeil!
    Jedenfalls unverschämt teuer und für den gemeinen Wanderer nicht zu gebrauchen.
    Sind auf der Suche nach einem brauchbaren Einstieg in den K-06 unter nächtlicher Nichtbeachtung des Magdalensberges. Wird daher wohl eher in Gegenrichtung von O nach W gewandert werden.
    Bin neugierig auf Deine weiteren Etappen …

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